Psychotherapieverfahren

Psychotherapieverfahren


Kognitive Verhaltenstherapie (kVT): Dies ist eine der modernsten und am häufigsten angewandten Psychotherapieformen. Kognitionen sind Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen. Man geht hierbei davon aus, dass unser Denken, also unsere Bewertung einer Situation, direkten Einfluss auf unsere Gefühle, unser Verhalten und auch unsere körperlichen Reaktionen nehmen. Umgekehrt können jedoch auch Veränderungen im Verhalten unser Denken und Fühlen verändern. Diese Therapieform vermittelt, dass wir einer Situation nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern selbst Einfluss auf unser Befinden nehmen können. Die kVT setzt im „Hier und Jetzt“ an, auch wenn die Ursachen für unsere Einstellungen und Überzeugungssysteme in der Vergangenheit liegen und auch thematisiert und transformiert werden.


„Die Seele hat die Farbe deiner Gedanken“ – Marc Aurel

Hypnose/Imagination: Hierbei handelt es sich trotz aller Mythen um eine anerkannte und wirkungsvolle Psychotherapieform. Es ist eine Methode, um einen Menschen in einen Zustand tiefer Entspannung bei zugleich gesteigerter Aufnahmefähigkeit zu bringen. Synonym können für diesen Zustand auch Begriffe wie Trance oder Alpha-Zustand gebraucht werden. In diesem Zustand kann der Patient alleine oder durch die Unterstützung des Therapeuten mit un(ter)bewussten Anteilen in Kommunikation treten. Das heißt bisher Unbewusstes kann bewusstwerden und umgekehrt können Informationen und der Genesung zieldienliche Anweisungen (Suggestionen) unbewusst verankert werden. Man geht hier davon aus, dass wir wesentlich stärker von unbewussten Anteilen gesteuert werden als von bewussten und dass Bilder stärker wirken als Worte.

Hypnose wird auch für die Arbeit mit dem Inneren Kind, dem Inneren Team bzw. der sogenannten der Ego-State-Therapie genutzt.

„Die Wirklichkeit wird nicht von uns entdeckt - sie wird von uns erschaffen.“ – Antoine de Saint-Exupéry

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing): Dies bedeutet auf Deutsch: Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung. Die Methode wird zur Behandlung von Traumafolgestörungen angewendet und wurde 2006 als wissenschaftlich begründete Psychotherapiemethode anerkannt. Ähnlich wie in den REM-Phasen während des Schlafes, in denen starke Augenbewegungen stattfinden, wird auch bei EMDR dieser erhöhte Verarbeitungsmodus für das im Alltag Erlebte genutzt.

Hierbei wird der Patient nach behutsamer und sorgfältiger Stabilisierung angeleitet, sich bewusst an die auslösende belastende oder traumatische Situation zu erinnern. Man macht sich dabei zunutze, dass durch die bilaterale Stimulation (Wechsel zwischen rechts und links) mittels bestimmter Augenbewegungen, Tönen oder kurzen Berührungen eine Synchronisation unter den Gehirnhälften ermöglicht wird. Dabei bleibt der Therapeut mit dem Patienten in Kontakt und die Aufmerksamkeit des Patienten bleibt sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. So kommt es zur besseren Integration der früheren Erlebnisse im Hier und Jetzt. Wenn die sich aufdrängenden inneren Bilder dann verblassen, kommt es zu einer Minderung der emotionalen Belastung. Man kann diese Methode aber auch nutzen, um Ressourcen zu verankern.

„Wenn Du es Dir vorstellen kannst, kannst Du es auch machen“ - Walt Disney

Systemische Beratung: Jeder ist Teil diverser Systeme (Arbeitsplatz, Familie, etc.). Diese Systeme beeinflussen uns und sich gegenseitig, sodass sie im Kontext einer Psychotherapie immer mitbetrachtet werden sollten. Auch das System innerer Anteile (z.B. das innere Kind oder der innere Antreiber) nimmt entscheidenden Einfluss auf uns.
Im Fokus stehen hier nicht nur die Probleme, sondern vor allem auch die Ressourcen eines Menschen und der Gedanke, dass hinter Symptomen und Problemen immer auch eine Sinnhaftigkeit liegt.

„Probleme kann man niemals durch die selbe Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind“- Albert Einstein